Schnee, Regen und türkischer Tee

Wie sieht der perfekte Tag zum Brautkleid kaufen aus? Darüber sollte man sich keine Gedanken machen, und vor allem keine Hoffnungen auf gutes Wetter. Am 20. Januar war es soweit, es ging auf nach Berlin. Freitag Abend 18:30 rauf auf die Autobahn und ganz gemütlich zu meinen Eltern juckeln. Nach 4 Stunden hatten wir es geschafft. Noch ein bisschen  zur Ruhe kommen und ab ins Bett, denn der Wecker klingelt ja wieder um 8 Uhr.

Und dann kam der Tag, auf den sich jede Frau freut, der Tag an dem ( hoffentlich ) DAS Kleid gefunden wird. Und so machten sich meine Mutti und ich auf den Weg. Noch schnell Nelka einsammeln und auf nach Berlin, denn da wartete meine Schwester  schon auf uns. Erwähnte ich schon wie das Wetter war? Ich glaube nicht…Also, wir hatten angenehme 2 Grad, Wind, Schnee und natürlich auch ein bisschen Regen. Wie ihr seht, das perfekte Wetter, denn man fühlt sich mit Schal, dicken Socken und roter Nase richtig sexy 😉 .

Und da war ich nun. Mitten in Berlin. Kurz davor den ersten Brautkleiderladen zu betreten. Da war die Aufregung schon sehr groß, denn es ist ein großer Tag für mich gewesen. Und was soll ich sagen, nach 5 Minuten waren wir wieder draußen. Grund? Nichts dabei, und im Lotto hatte ich bis dato leider auch nicht gewonnen. Also, wie gehts weiter? Erstmal zum Bahnhof, ab ins Trockene. Nelka kannte da noch einen Laden, also hin da. Rein in die S-Bahn und kurz aufwärmen. Und plötzlich hieß es schon: „Hier müssen wir raus!“. Also wieder in die Kälte. Gefühlte Stunden später waren wir da. Ein unscheinbarer Laden. Noch nicht mal richtig drinne, schon die ersten Fragen: „Wie soll es aussehen?“, „Wie viel wollen Sie ausgeben?“ und „Wann ist denn die Hochzeit?“. Schnell alle Fragen beantwortet, und schon wurde ich zu den Umkleideräumen geführt. „Bitte ausziehen!“. „Ok!“

Und dann ging alles ganz schnell. Die Verkäuferin wirbelte im Geschäft rum, brachte von überall Kleider zu mir. Und dann kam der Moment. Erst Reifrock an und dann das erste Kleid… schon irgendwie ein komisches Gefühl, aber auf eine schöne Art. Da stand ich nun, mein erstes Hochzeitskleid am Körper und was musste ich feststellen? Es ist nicht wie in den schönen amerikanischen Romanzen, kein Sekt im Überfluss, keine Frauen, die nur gespannt darauf warten das ich heraustrete… Nein im echten Leben gibt es heißen türkischen Tee und drei Frauen die sich überlegen, was sie auf meiner Hochzeit bloß anziehen sollen. „Hallo?!? Hier bin ich!!“. „Oh, guckt mal, da ist aber hübsch.“ Dann ging das rumgezubbel los. Ich stand da ließ es einfach geschehen, denn was blieb mir anderes übrig?!? Aber dieses Kleid war es nicht, das spürte ich sofort und Danas Blick sagte auch alles. „Und Mutti, wie findest du es?“, „Hübsch“. Na denn.

Und weiter ging es, die Weiber blätterten in den Katalogen rum und ich probierte noch drei weitere Kleider an. Langsam verließ mich die Lust, denn richtige Meinungen meiner Unterstützung gab es nicht, alle waren sich uneinig, Mutti fand alles „hübsch“ und ich fühlte mich einfach nicht wohl.

Na gut, dachte ich, eins geht noch und dann gehen wir einfach nen Kaffee trinken und gucken was der Tag noch so bringt. Da wurde mir das letzte Kleid angezogen und ich sah mich im Spiegel. Da war es. Ich konnte es nicht glauben, sollte ich doch noch so ein Glück haben? Scheinbar ja, aber ich wollte auch die Meinung der drei Grazien hören. „Hallo? Wollt ihr euch vielleicht nochmal ganz kurz auf mich konzentrieren?“ Und da kamen sie alle, ganz langsam und neugierig. „Und?“, aber ich brauchte keine Antwort, denn ich brauchte nur meine Mutti angucken. Sie hatte knallrote Augen und kämpfte gegen die Tränen an, dann fing Nelka auch noch an, denn sie wollte mir Muttis Tränen erklären, aber eine Erklärung war nicht notwendig. dann noch ein letzter Blick zu meiner Schwester und was musste ich sehen? Sie hatte doch wohl nicht etwa auch Tränen in den Augen? „Nein! Das ist nur wegen meinen Kontaktlinsen!“. Schon klar Sis‘. Und dann konnte ich auch nicht mehr, mir liefen die Tränen und die Entscheidung war gefallen.

Tsja, was soll ich sagen. Trotz Dreckswetter, wenig Schlaf und dem Gefühl absolut sexy zu sein (IRONIE!!!) war es ein erfolgreicher Tag.

DANKE MÄDELS, HAB EUCH LIEB

 

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8 Antworten auf Schnee, Regen und türkischer Tee

  1. Timo sagt:

    Ihr musstet frieren, wir haben uns im Computerspielemuseum amüsiert 😉 http://www.laraundtimo.de/?p=74

  2. Steffi sagt:

    Hey Lara, Glückwunsch zum perfekten Kleid. So ein Aha-Erlebnis ist schon Gold wert. Du wirst bestimmt absolut bezaubernd aussehen. Wann soll es denn soweit sein? oder erfahr ich das, wenn ich einfach mal den Blog weiterles‘?
    Lg Steffi

  3. Mutti sagt:

    Da sind mir vor lachen die Tränen gekommen. Der Tee war übrigens super, du hattest ja keine Zeit dafür :), warst ja stundenlang in der Umkleide.

  4. Eve sagt:

    Lara Maus, ich freue mich das du ein passendes kleid gefunden hast! Aber ich sage jetzt nur noch eins… „s“ lach… Knutsch dich!

  5. Mutti sagt:

    Ach, und die Tränen hab ich gelacht, als ich deinen Report/Bericht gelesen habe!! Hdl.

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